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VORFAHRT für VIELFALT:
Fokus Israel-Palästina





Schulprojekt ab 9. Klasse


VORFAHRT für VIELFALT:
Fokus Israel-Palästina

Schulprojekt ab 9. Klasse

Ziele und Adressaten

Das Projekt beschäftigt sich mit der Ermöglichung eines „braver space“* für Schüler:innen, sich mit den Auswirkungen des Konflikts Israel – Palästina in ihrem (Schul)-Alltag in Deutschland auseinanderzusetzen.

Es ist für Schulklassen ab der 9. Jahrgangsstufe der Schulformen HS, RS, Gymn, BBS konzipiert.

Das Projekt verbindet Emotionen mit Reflexionen, fördert die Ambiguitätstoleranz und stärkt die Schüler:innen gegen einseitige Narrative, Fake News und Hass-Eskalation.

Es geht dabei NICHT um eine politische Positionierung oder eine einseitige Parteinahme zum Konflikt, sondern um die exemplarische Behandlung zentraler Themen wie Identität und Zugehörigkeit, Recht und Gerechtigkeit, Teilhabe und Repräsentation sowie gesellschaftliche und religiöse Vielfalt in deutschen Schulen. Antisemitismus und Rassismus werden ebenso zusammengedacht wie die Präsenz jüdischen, muslimischen, christlichen und säkularen Lebens in Deutschland.

*“Braver Spaces sind […] Räume, die Nutzer:innen dazu ermutigen wollen, sich bewusst aus der Komfortzone herauszubewegen und Risiken einzugehen.” (Debus/Saadi 2023)

Teammitglieder von links nach rechts: O. Lempa, D. Tukuser, A. Koctürk, K. Burckhardt (Foto: R. Garbe)
Foto: Privat

Hintergrund

Das Schulprojekt „Vorfahrt für Vielfalt Fokus Israel-Palästina“ wurde als Reaktion auf den schrecklichen Terror-Angriff der Hamas am 7.10.2023 und anschließende Auseinandersetzungen auf deutschen Straßen und in Schulen initiiert.

Der Israel-Palästina-Konflikt ist eine Projektionsfläche für antisemitische, aber auch für rassistische Stereotype und Vorurteile.

Eine interreligiöse Projektgruppe der Region Braunschweig äußerte in einem Zeitungsinterview am 16.11. ihre Bereitschaft, gemeinsam mit Lehrkräften geeignetes Bildungs-Material zu sichten und für die Praxis nutzbar zu machen. In der Erarbeitung geeigneter Unterrichtsentwürfe sichtete das Team Materialien aus verschiedenen Kultusministerien in Niedersachsen, Berlin-Brandenburg, NRW.

Besonders inspiriert hat das Team die Berliner Initiative von Shai Hoffmann und Jouanna Hassoun, die seit Jahren unter dem Namen „Bildungsvideos Israel-Palästina“ umfangreiches herunterladbares pädagogisches Material herausgegeben hat. https://www.israelpalästinavideos.org

Die Unterrichtseinheiten

  • UI I: Eröffnung persönlicher emotionaler und reflexiver Zugänge zum Israel-Palästina Konflikt.
  • UE II: Einführung in die Geschichte des Konflikts und Kontextualisierung der aktuellen Ereignisse unter Berücksichtigung multiperspektivischer Narrative.
  • UE III: Sensibilisierung zur medialen Berichterstattung  (Schwerpunkt Fake News & Hatespeech).
  • UE IV: Gespräch mit Ansprechpersonen aus interreligiöser Perspektive (Schulbesuch in Einzelklassen oder
    Podiumsveranstaltung).
  • UE V: Kennenlernen von Friedensprojekten Israel-Palästina.
Foto: Wikipedia Commons
Foto: Openclipart

Interreligiös und humanistisch


Das Team versteht den Israel-Palästina Konflikt als einen politischen Konflikt, der allerdings seit langer Zeit religiös aufgeladen ist und auch heute von religiösen Fundamentalist:innen auf beiden Seiten missbraucht wird. 

Daher wird in der konkreten Arbeit in der Schule zwischen historischer Analyse unterschiedlicher Narrative und der Aufladung durch religiöse Faktoren unterschieden.

Dem interreligiösen Team ist es wichtig, in der gemeinsamen Arbeit mit den Jugendlichen gegen jede Form der Hassrede vorzugehen und für die Betonung der friedensfördernden Elemente der Weltreligionen und des Humanismus im Sinne der „Goldenen Regel“ (H. Küngs „Weltethos“) einzutreten.

Förderung und Kosten

Das Projekt wurde 2023 – 2025 durch das gemeinsam von dem Zentralrat der Juden, dem Koordinationsrat der Muslime und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland betriebene und mit Mitteln des Bundesinnenministeriums ausgestattete Projekt „Weißt Du Wer Ich bin?“ gefördert. https://www.weisstduwerichbin.de.

Die Aufwandentschädigung für einen 2-stündigen Unterrichtsbesuch betragen derzeit € 200,00 + Fahrtkosten. Die Aufwandsentschädigung für einen gesamten Unterrichtstag sind mit dem Projektteam abzusprechen. Die Abrechnung erfolgt durch die Ev.-luth. Propstei Braunschweig (Kontaktadresse siehe unten).

Resonanz

Bisher wurden viele Schulbesuche in verschiedenen Formaten (UE im Klassenverbund, Podiumsveranstaltungen, Projekttag mit mehreren Unterrichtseinheiten) in Schulen der Region Braunschweig, Goslar, Salzgitter, Wolfsburg und Gifhorn durchgeführt. 

Die Rückmeldungen von Schüler:innen und Lehrpersonal sind laut Feedback-Bögen und persönlichen Nachgesprächen ausgesprochen positiv und ermutigend.

Hilfe zum Selbstverständnis


Die externen Teammitglieder verstehen sich NICHT als Nahostexpert:innen, sondern als lernendes pädagogisches Team.

In Hintergrundgesprächen mit palästinensischen und israelischen Ansprechpartner:innen in Deutschland werden divergierende Perspektiven und Konfliktpunkte angesprochen und diskutiert.

Zudem arbeitet das Team arbeitet an einer Erweiterung durch zusätzliche pädagogische Fachkräfte und Mitarbeitende mit einer antirassistischen und konflikt-kompetenten diskriminierungskritischen Ausrichtung.

Das Projekt wurde vom VW Betriebsrat mit dem Sally-Perel-Preis 2023 ausgezeichnet.

Von links nach rechts: OB Dr. T. Kornblum und Mitglieder des VW Betriebsrats bei der Sally-Perel-Preisverleihung an das Team (Foto: privat)

Am 6. November 2024 erhielt das Projekt in Stuttgart einen bundesweiten interreligiösen Friedenspreis.

Verliehen wurde die Auszeichnung vom Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ für friedliches Zusammenleben in Deutschland – ein gemeinsames Vorhaben der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), des Zentralrats der Juden in Deutschland und des Koordinationsrat der Muslime (KRM).

Die Teamer Issa Bashiti und Klaus Burckhardt nahmen den Preis stellvertretend für das Team entgegen.

Strukturelle Nachhaltigkeitssicherung 2026

  • Förderung der Projektdurchführung durch das Schulreferat der Stadt Braunschweig, unterstützt durch den Jugendring sowie das Jugendparlament Braunschweig
  • Aufnahme des Konzepts und der Unterrichtseinheiten in die Ausbildung für Referendar:innen im Fach Geschichte durch das Studienseminar Braunschweig (in Planung).
  • Aufnahme des Konzepts und der Unterrichtseinheiten in die Ausbildung für Sozialpädagog:innen an der Ostfalia Fachhochschule für angewandte Wissenschaften (in Planung).

Ziel: Lizensierung weiterer Multiplikator:innen zur Durchführung des Projekts

 

Kontakt

Ev.-luth. Propstei Braunschweig
Schützenstraße 23, 38100 Braunschweig
braunschweig.pr@lk-bs.de
Tel.: 05 31 –21 36 81 01